Blues and Bullets: Episode 1+2 bei uns im Test

A Crowd of Monsters hat die zweite Episode veröffentlicht, bevor wir die erste testen konnten. Hier nun der Test der ersten beiden Episoden des Noir Adventures.

Gesamtwertung:

7.1 Stars (7,1 / 10)

Die Story

Wir schreiben das Jahr 1931, Eliot Ness und seine Unbestechlichen haben es geschafft den berüchtigten Al Capone wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter zu bekommen. Soweit die historischen Wurzeln. In einer alternativen Zukunft ist Eliot Ness aus dem Dienst ausgeschieden und betreibt ein klassisches amerikanisches Diner. Auch Al Capone ist noch am Leben und residiert auf der Hindenburg, die damals nur eine Notlandung vollführen musste und nun ein Luxushotel ist. Willkommen in Santa Esperanza, willkommen bei Blues and Bullets, benannt nach Eliot Nesses Diner.

bluesdinerWährend des Spieles folgen wir Eliot Ness, der von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird. Wir erfahren, dass ein ungelöster Fall von entführten Kindern seine Karriere beendete. Nun sind wieder Kinder verschwunden und dieses mal ist auch Capone persönlich betroffen. Die Suche führt uns durch die Stadt, auf die Hindenburg und in ein russisches U Boot. Die Verbrecherszene von Santa Esperanza ist ausgesprochen Eindrucksvoll.

In den Kapiteln der Episoden springen wir zwischen der Jetztzeit und der Vergangenheit, wo wir auf Eliots großen Erfolg zuarbeiten- die Verhaftung Al Capones. Kurz übernehmen wir auch die Steuerung eines entführten Kindes, dieser Teil der Geschichte bleibt jedoch dunkel und unklar, schließlich werden wir diesen Fall in späteren Episoden lösen müssen. Die Charaktere sind oft Klischeehaft und die Story nicht sonderlich innovativ, wer aber Lust auf eine leicht überzeichnete Mafiastory hat und sich von ein paar Logiklücken nicht stören lässt, wird voll auf seine Kosten kommen.

Grafik, Sound und Athomsphäre

Das Spiel kommt in Schwarz und Weiß daher mit Rot und manchmal gelb als weitere dominante Farben. Dieser Effekt erinnert wohl nicht unabsichtlich an Filme wie Sin City. Die Blues-lastige Musik dazu untermalt die etwas andere Mafiageschichte. Musik und Grafik ergänzen sich wundervoll und ziehen uns sofort in die Stimmung des Spieles. Wir wollen diese Welt erkunden aber das braucht Zeit. Mit dem Tempo einer alters müden Schnecke bewegen wir uns durch die Level und stoßen immer wieder an die grenzen der Spielwelt. Uns bleibt nichts anderes übrig als uns zurückzulehnen und uns vom Spiel berieseln zu lassen.

Verstärkt wird das durch Kapitel bei denen wir nichts anderes tun, als durch eine surreale Szenerie zu laufen während eine Stimme uns Dinge einflüstert und riesige Aufschriften im Bild erscheinen. Diese Ausflüge in Eliots Psyche mögen spielerisch am untersten Ende von fordernd angekommen sein, in Episode eins drücken wir W und schießen hin und wieder auf Gegner, in Episode 2 wird das schießen durch ein paar Interaktionen mittels E-Taste ersetzt, sie sind allerdings auch die atmosphärischsten Stücke des Spiels.

bluesSteuerung und Gameplay

Das Spiel sagt uns recht klar was wir tun müssen und unsere Aktion beschränkt sich meistens auf das herumlaufen per WASD und sobald ein rotes Augensymbol auftaucht, drücken wir brav E um den Gegenstand zu inspizieren. Auch die Dialoge sind recht unspektakulär und die Entscheidungen sind vernachlässigbar. Am Ende jeder Episode können wir sehen, wie wir uns im Verhältnis zu anderen Spielern entschieden haben. Sind wir wie die meisten, oder doch eher ein Unikat? Im Spiel selbst wirken sich die Entscheidungen so gut wie gar nicht aus. Wir verschonen einen Charakter, nur um kurz darauf in einer Cut Szene zu sehen, wie jemand anderes ihn tötet. Wir Entscheiden wo wir einen Zeugen hin bringen und wenn die Entscheidung unserem Begleiter nicht passt haut er uns KO und setzt seinen Willen durch. Es macht sich das Gefühl breit, dass wir keinerlei Einfluss auf die Spielhandlung haben. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit mag in manchen Fällen der Atmosphäre helfen, meistens fragt man sich jedoch eher, warum das Spiel einen überhaupt vor die Entscheidung gestellt hat.

Unbestechlich, Unzerstörbar, Unfehlbar, der Schwierigkeitsgrad

Der Schwierigkeitsgrad des Spieles ist lächerlich einfach. Mit unserem Revolver mähen wir Horden von Mobstern dahin und in Quicktime Events besiegen wir übernatürliche Gegner. Sollte Ness doch einmal sterben versetzt uns das Spiel nur Sekunden zurück. Das passiert meistens wenn ein Quicktime Event los geht und wir Tasten drücken müssten. Die Halbe Stunde davor saßen wir einfach da und genossen die Story, da kann es schon einmal dauern, bis man schaltet.

Auch bei der Detektivarbeit verlangt das Spiel nicht zu viel von uns. Wir erkunden den Tatort und stellen sicher, dass wir auch nichts übersehen haben. Bei jeder Entdeckung, die wirklich wichtig ist, bekommen wir ein Foto. Diese arrangieren wir an einem Reißbrett, wie man es aus Detektivserien kennt, um dem Täter auf die Schliche zu kommen. Dieses Reißbrett ist wohl der innovativste Teil des Spiels der auch wirklich gut gemacht ist. Leider lässt uns das Spiel keine Fehler machen. Wenn wir das falsche Foto am falschen Ort einordnen wollen, können wir das nicht. Statt zu ermitteln und Schlüsse zu ziehen, können wir also auch einfach alles ausprobieren, das Spiel wird uns schon zeigen was richtig ist.

bnbZwei Episoden

Wir haben die ersten beiden Episoden zusammen getestet, gab es Veränderungen? Im Großen und Ganzen nein, es gab mehr vom Gleichen und daher bezieht sich dieser Test auf beide Episoden gleichzeitig. Die Unterschiede sind klein. In Episode zwei gibt es zum ersten mal so etwas wie ein Rätsel, wir müssen das Level erkunden um die Kombination für einen Safe zu finden. Episode zwei legt aber auch noch einmal einen drauf, was Superman Eliot angeht. Zum Finale hin mähen wir mit unserem Revolver gefühlt alle bewaffneten Handlanger der Stadt nieder.

Spielspaß:
7 Stars (7 / 10)
Grafik:
9 Stars (9 / 10)
Sound:
9 Stars (9 / 10)
Steuerung/Gameplay:
5 Stars (5 / 10)
Handlung:
6 Stars (6 / 10)
Durchschnitt:
7.2 Stars (7,2 / 10)

Kommentare

Matej

Kommentar von:

Redakteur Indie und Horror

Blues and Bullets ist bei weitem kein schlechtes Spiel. Ich hatte mit den ersten beiden Episoden jeweils einen sehr schönen Abend. Wenn man sich von der Story packen lässt, kann man es genießen. Leider bleibt der fade Nachgeschmack, dass es mit besserem Gameplay, sinnvolleren Entscheidungen und etwas mehr Herausforderung besser gewesen wäre.

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