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Die Säulen der Erde, Gesamttest

Daedalic hat sich der Aufgabe gestellt, einen erfolgreichen Roman als Adventure umzusetzen. Da inzwischen alle Teile erscheinen sind, wollen wir eine abschließende Meinung zum Spiel abgeben.

Dieser Test hat das Gesamtspiel zum Thema, detaillierte Einzeltests findet ihr hier: Buch 1 Review | Buch 2 Review | Buch 3 Review

Story

In Die Säulen der Erde erleben wir die Geschichte von Tom Builder, Jack, Aliena, Phillip und den anderen Haupt- und Nebencharakteren, die vielen schon aus dem Erfolgsroman oder der Verfilmung des selben geläufig sein dürfte. Im Gegensatz zu den erwähnten Inkarnationen der Geschichte dürfen wir in der Buchversoftung die Charaktere jedoch selber steuern und so pflegen wir als Phillip das Kloster von Kingsbridge, bauen als Tom die Kathedrale und erleben mit Jack und Aliena eine wilde Geschichte voller Blut, Gewalt, Liebe und Verrat.  Alles scheint zusammen zu hängen und Ereignisse, die lange vor dem Spiel statt fanden beeinflussen das Geschehen immer noch. Man kann Ken Follets Büchern vieles vorwerfen, Langeweile gehört nicht dazu und so ist es kaum verwunderlich, dass uns auch die Story des Spieles packt, hineinzieht und auf einen wilden Ritt durch das mittelalterliche England, und kurz sogar darüber hinaus, mit nimmt.

Die Hauptstory ist sehr stark gelenkt und fühlt sich auch so an. Nun ist das bei einem Spiel, das auf einem Buch basiert nicht sonderlich verwunderlich. Schließlich muss das Geschehen des Buches abgebildet werden und Dinge die im Buch sind, müssen auch im Spiel statt finden. Manchmal ist die Säulen der Erde ein sehr gutes Beispiel, wie dieses Problem gelöst werden kann. Durch eine spannende Geschichte und belanglose, aber unterhaltsame und vor allem vollkommen ergebnisoffene Nebenquests fühlt sich die Welt tatsächlich lebendig an. Leider sind diese Momente eher die Ausnahme und sorgen dafür, dass es umso schmerzhafter auffällt, wenn die Freiheit nur vorgegaukelt wird. Wenn das Spiel all meine Entscheidungen zunichte macht, weil ich im entscheidenden Moment einfach keine Kontrolle über die Spielfigur bekomme, oder wenn es vollkommen offensichtlich ist, dass jede Entscheidung zum selben Ergebnis führt, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Zu oft schaue ich nur zu, statt die Geschichte aktiv zu beeinflussen und zu oft wird mir die Entscheidung, die ich eigentlich treffen möchte, nicht angeboten, Freiheit fühlt sich anders an.

Steuerung und Gameplay

Die Steuerung ist altbekannt und bewährt. Neben dem einfachen anklicken von Dingen, entweder um etwas über sie zu erfahren oder um sie zu benutzen, bietet Die Säulen der Erde noch Klick-Minispiele. Dabei muss die linke Maustaste zum richtigen Zeitpunkt gedrückt werden, um beispielsweise ein Ziel mit der Steinschleuder zu treffen. Leider gibt es hierbei keinerlei Diversität. Es wäre zu wünschen gewesen, dass die Herstellung einer Statue anders abläuft als ein Faustkampf, tut sie Spieltechnisch aber nicht. Auch erlaubt mir das Spiel leider kaum zu versagen. Meist muss ein nicht bestandenes Minispiel wiederholt werden, oft wegen des Ablebens der Spielfigur. Ein Minispiel ist keine Herausforderung, sondern  oft eher nervig, wenn es so lange wiederholt werden muss, bis  es erfolgreich absolviert wird. Schöner wäre es gewesen, wenn ein versagen die Story auf eine bestimmte, für den Spieler negative, Weise beeinflusst.

Grafik und Sound

Bei der Atmosphäre kann Die Säulen der Erde stark punkten. Wem der Grafikstil nicht gefällt, dem ist das innerhalb der ersten Spielminuten bewusst. Für alle anderen bietet sich ein sehr stimmungsvolles, handgemaltes Bild. Dass diese einfache Grafik komplexe Mimik nur begrenzt darstellen kann stört dabei fast gar nicht. Die Soundkulisse ist auch passend und die Vollvertonung kann sich sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch hören lassen. Sowohl im Spiel als auch in den Zwischensequenzen fühlt sich das Spiel immer stimmig und Atmosphärisch an.

Die Säulen der Erde macht einiges sehr richtig. Die Atmosphäre ist packend und oft ist auch die Geschichte spannend und fesselnd. In solchen Momenten fallen das austauschbare Gameplay und andere kleine Fehler nicht negativ auf. Sobald aber die Story nachlässt merkt man jeden kleinsten Fehler schmerzhaft.

Zusammenfassung
Ich habe Die Säulen der Erde zu großen Teilen genossen. Vor allem Buch eins fand ich gut, leider ließ die Story in Buch zwei nach und in Buch drei kam ein starkes fehlen an Spielfreiheit dazu. Daedalic hat anfangs viel versprochen und Buch eins ließ es so wirken, als würde sie ihre hohen Ambitionen erreichen können. Umso schmerzhafter ist es, dass sie es mit den beiden folgenden Büchern nicht geschafft haben, auf demselben Level zu bleiben.
Gut
  • Schöne Athmosphäre
  • Oft packende Story
  • Stimmige Grafik
Schlecht
  • Wenig Entscheidungsfreiheit
  • Oft aufgezwungene Handlung
  • Spürbar verschenktes Potential
7.2
Fair
Spielspaß - 7
Grafik - 8
Sound - 8
Story/Charaktere - 7
Steuerung/Gameplay - 6

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Kommentare

Mott

Kommentar von:

Redakteur Indie und Horror

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