Silence im Test

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8.9

Gut

Mit Silence will Daedalic vor allem optisch neue Wege beschreiten. Wir haben es gespielt.

Spoilerwarnung

Ich gebe mir Mühe Silence so wenig wie möglich zu spoilern. Es handelt sich hierbei jedoch um die Fortsetzung von The Whispered World. Eine der einschneidendsten Wendungen von The Whispered World ist zentral für Silence und wird auch im Spiel sehr früh verraten. Wer den Vorgänger noch nicht kennt und ihn spielen will sollte dies vor Silence tun und auch vor der Lektüre dieses Tests.

silence-3Story

Silence beginnt mit einer längeren Videosequenz. Noah und seine kleine Schwester Renie leben in einem Bergdorf, das von Bombern angegriffen wird. Die beiden rennen zu einem Bunker in Sicherheit und wer auf Details achtet merkt, dass Silence durchaus düstere Töne beinhalten wird. Kurz nachdem Noah die Tür schließt sehen wir einen kleinen Handschuh an die Scheibe des Bunkers klopfen. Noah schaut zu seiner Schwester, dann wieder zur Scheibe und bevor er sich entscheiden kann ist es zu spät. Ein gleißender Blitz erfüllt das Fenster und der Handschuh verschwindet. Um sich die Zeit im Bunker zu vertreiben erzählt Noah Renie ihre Lieblingsgeschichte, von Sadwick dem Clown. Wir müssen die richtigen Gegenstände benutzen, um ihr die Geschichte vorzuspielen und bekommen so eine Zusammenfassung des ersten Spiels. Auch die Verbindung beider Spiele wird erklärt. Noah ist der Junge vom Ende des ersten Teiles, der König von Silence und in gewisser Weise Sadwick.

Eine weitere Bombe schlägt ein und Renie ist verschwunden, dafür finden wir jedoch ein großes grünes Ei, aus dem später Spot schlüpft. Durch ein Loch in der Wand kommen wir in eine Welt, die uns seltsam bekannt erscheint. Wir sind wieder in Silence. Renie ist auch hier und wir begeben uns auf die Suche nach ihr. Dabei müssen wir uns vor den gruseligen Suchern verstecken, die für die falsche Königin arbeiten und uns im Handumdrehen ins Jenseits befördern. Nachdem wir Renie gefunden haben ist das Ziel zum Thronraum zu kommen, um wieder aus Silence zu entfliehen. Dabei helfen uns unser alter Freund Spot und eine kleine Gruppe von Rebellen. Noah wird auf der Reise immer mehr zu Sadwick aber etwas ist diesmal anders. Silence ist eine Welt zwischen Leben und Tod und Noah war ihr König, nun herrscht die falsche Königin und nur der rechtmäßige Herrscher kann die Welt retten. Aber ist das überhaupt noch Noah und wenn nicht, was bedeutet das?

silence-1Grafik und Sound

Silence sieht wunderschön aus. Um mehr Tiefe zu schaffen kombiniert Daedalic 2D und 3D Elemente. Wir bewegen uns mit 3D Charakteren frei in einer dreidimensionalen Umgebung. Der Hintergrund erscheint allerdings nur 3D. Tatsächlich handelt es sich um zweidimensionale, gemalte Hintergründe. Durch diesen Trick erscheint die Welt groß und frei erkundbar behält aber eine magische und malerische Aura. Die schönen Hintergründe funktionieren auch super mit der 3D Charakterbewegung. Der kleine Trick fällt nicht auf. Die Geschichte wird mit vielen Videosequenzen erzählt. Diese sind schön, aber leider nicht überspringbar. Das fällt etwas ins Gewicht, wenn man Spielstände lädt und dieselbe Sequenz mehrfach ansehen muss

Der Sound untermalt Silence sehr schön. Wie in Point and Klick Adventures üblich, sind wir oft lange in einem Setting, auf der Suche nach dem richtigen Lösungsweg. Durch die schöne Umgebung und die musikalische Untermalung ist das jedoch nicht störend, schließlich braucht man einige Zeit, um sich an jeder Szene satt gesehen zu haben. Wir haben nur die englische Tonausaugabe gespielt. Hier sind die Stimmen der vollvertonten Charaktere jedoch sehr passen und abwechslungsreich. Ob der immer düsterer werdende Noah/Sadwick, die furchtlose, aufmüpfige Renie, die sture Rebelling Kyra oder andere Charaktere. Alle haben eine Stimme die zu ihnen passt. Besonders schön ist, wie viel Emotionen Spot nur mit Hilfe von ein paar Lauten und Mimiken transportieren kann.

silence-2Steuerung und Gameplay

Wir steuern mit Hilfe der Maus. Dabei merkt man, dass Silence von Anfang an so konzipiert wurde, dass es auch auf Konsolen läuft. Ein Inventar fehlt Beispielsweise vollkommen. Wenn wir zwei Gegenstände kombinieren müssen, trägt der Charakter einen Gegenstand zum anderen. Die Rätsel werden dadurch gefühlt etwas einfacher als im Vorgänger, das Spiel gewinnt jedoch auch stark an Geschwindigkeit. Es entfällt das obligatorische „alles aus dem Inventar ausprobieren“ wenn man einmal nicht weiter weiß. Abwechslung kommt auf, da wir nicht nur einen Charakter steuern. Durch die verschiedenen Persönlichkeiten und Fähigkeiten haben beispielsweise Noah und Renie sehr unterschiedliche Herangehensweisen und spielen sich dadurch angenehm verschieden. Ein Höhepunkt ist die kleine Raupe Spot, die nicht nur regelmäßig nötig ist, da wir ihre Fähigkeiten zum Lösen von Rätseln brauchen, sondern sie sogar eine eigene Szene bekommt, in der wir nur Spot steuern.

Das Spiel stellt uns selten vor wirklich schwere Rätsel und die Lösung liegt immer irgendwo um die Ecke. Dafür sind zeitlich begrenzte Entscheidungen eingebaut worden. Dieses Element kennt man bereits aus anderen Adventures. Wenn wir uns nicht schnell genug entscheiden, kann es durchaus tödlich enden und wir müssen zum letzten Speicherpunkt zurück. Speichern tut das Spiel selbst, manuelles Speichern ist nicht möglich. Das ist teilweise etwas störend, da man nicht dort weiter spielen kann, wo man am letzten Abend aufgehört hat, sondern im Zweifelsfall manche Dinge mehrfach machen muss. Einmal hatten wir auch einen kleinen Fehler. Der Speicherstand schien nicht komplett zu funktionieren und so ereigneten sich zwei zeitlich aufeinander folgende Events gleichzeitig. Das war jedoch einmalig und kann durchaus nur ein Problem der Test Version sein.

silence-4

Gut

  • Schöne Grafik
  • Liebenswerte Charaktere
  • Unterhaltsame Story

Schlecht

  • Kein manuelles Speichern
  • Teilweise sehr lange Videosequenzen

Zusammenfassung

In Silence tauchen wir in eine Welt zwischen Leben und Tod. Mit einer kleinen Gruppe versuchen wir Silence vor der falschen Königin zu retten und selbst wieder in die Welt der lebenden zu entkommen.
8.9

Gut

Spielspaß - 9
Grafik - 9.5
Sound - 9
Steuerug/Gameplay - 8
Handlung/Charaktere - 9

Kommentare

Matej

Kommentar von:

Redakteur Indie und Horror

Silence macht Spaß und sieht umwerfend aus. Dazu kommen liebenswerte Charaktere und die umwerfende Optik. Für mich ist Silence das beste Adventure seit langem und ein heißer Anwärter auf einen hohen Platz auf meiner persönlichen Topliste des Jahres.

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